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(2009, Eigenproduktion)
Anfang der Neunziger wurde mal bei einem schweren Sturm ein Container mit tausenden von Gummienten über Bord eines Frachters gespült. Die treiben noch heute umher und werden in den entlegensten Gegenden der Welt gefunden. Wisst ihr schon längst? Na gut, dann macht euch bereit für echten Enthüllungs-Journalismus: Zur selben Zeit soll auch mal ein Boot mit Turbonegro, Saxon, Glenn Danzig und Motörhead in internationalen Gewässern schwer Party gemacht haben. Von einer Flutwelle erfasst, wurden Teile der lautstarken Rasselbande über Bord gespült. Die Folgen dieses verschleierten Unglücks trieben auch mainaufwärts. Sie finden sich heute im beschaulichen Würzburg wieder. Auftritt Captain Duff. Deren Debüt-Demo „Herbipolian Nightmare“ heimste 2007 schon so einige positive Resonanz ein; Auftritte mit allerlei schwedischen wie amerikanischen Dickschiffen wie Asteroid, Truckfighters, New Disaster folgten. Also wird der Weg auf dem ersten Album „Seaside Curse“ konsequent weitergefahren: Der Rumpf aus rumgetränktem Hardrock, sturm- und wurmfest gemacht mit Planken aus dem guten alten Schwermetall, das man eigentlich nur noch in den Achtzigern/Neunzigern auftreiben konnte. Dementsprechend dampf- und stampfend treibt das Album voran. Und von der Brücke der fünf fliegenden Franken singt mit Captain Dave der Wiedergänger von Glenn Danzig. Ich hatte mir bislang unter „Captain Duff“ eine dieser zahllosen bemühten Regionalbands vorgestellt und sie bislang gemieden, muss aber neidlos zugeben: Nix da! Was die fünf Seeteufel da abliefern, ist erfrischend gradliniger, eingängiger, hüstel: „Nihilist Bloodsucker Rock“, der ähnlich viel Spaß macht wie die großen, oben genannten Vorbilder. Natürlich nichts neues oder hochgradig anspruchsvolles. Knallt aber Breitseiten und liefert die nötigen Solos, um die betrunkene Luftgitarre anzuwerfen. Wirklich überrascht hat mich der durchgehend gelungene Gesang: verraucht, aber deutlich, und vor allem bemerkenswert energisch. Respekt! Hier scheint jemand wirklich einen kleinen Glenn im Bauch zu haben. Apropos Bauch: Das Cover ist Geschmackssache, aber wichtig ist, was drin ist: sieben neue Songs, drei von der alten Demo. Da die ihr Niveau halten, gibt’s keinen Anspieltipp. Dennoch kann ich euch trotz extremer Befangenheit – Gitarrist Dirty el Hons treibt Gerüchten zufolge auf dieser Seite sein Unwesen (und weiß wo ich wohne) – mit gutem Gewissen empfehlen, einfach mal reinzuhören. ...mehr Infos: www.myspace.com/captainduff
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